Urbaner Garten: Gemüsebeete, Obstbäume und Flowerpower

16. April 2018 / 15:02
by Anna

Category: Garten

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Seit einigen Jahren wohnen wir nun schon am Stadtrand, etwa 15 Fahrradminuten von der City entfernt, und haben das echte Glück, einen – wenn auch eher kleinen – Garten unser Eigen nennen zu können. Anfangs war die Gartenplanung und -gestaltung ganz klar in Männerhand, obwohl ich natürlich ein Mitspracherecht, Ideen und Wünche hatte, die freundlicherweise berücksichtigt wurden, juchu. Mittlerweile ist die Gartenverwaltung aber eine gleichberechtigte Sache und in diesem Jahr bin ich tiiief eingestiegen in das Thema Gemüseanbau und Blumenzucht.

Die Idee der Selbstversorgung finde ich schon seit Jahren spannend und habe bereits vor vielen Jahren, als wir nur einen Balkon hatten, damit begonnen, Tomaten und verschiedene Kräuter zu ziehen. Ein Tropfen auf dem heißen Stein, aber immerhin ein Anfang und den Sommer über gab es immer die leckersten Tomaten und frische Kräuter.

In den letzten Jahren dann, als wir unseren Garten angelegt haben, habe ich ein kleines Hochbeet verwaltet und ebenfalls mehrjährige Kräuter wie unter anderem Schnittlauch, Minze, Oregano und Petersilie sowie Erdbeeren, Radieschen, Möhren, Frühlingszwiebeln und Salate angepflanzt. Das hat mir unheimlich viel Spaß gemacht – zu sehen, wie aus winzig kleinen Samen etwas wächst, was uns sogar ernähren kann – wooow, faszinierend, immer wieder.

Neben dem Gemüsebeet haben wir auch einige Obstbäume gepflanzt, wie zum Beispiel zwei Apfelbäume, einen Pflaumenbaum, einen Sauerkirschbaum und einen Pfirsichbaum. Der Sauerkirschbaum war letztes Jahr pickepackevoll mit Früchten, die allerdings nur auf Kuchen oder als Marmelade schmeckten. Vor zwei Jahren hatten wir auch einige zuckersüße Pfirsiche. Leider gab`s dafür letztes Jahr nicht eine einzige Frucht. Hmm. Die Enttäuschung war groß. Abhilfe verschafft hoffentlich unser Insektenhotel. Zumindest in den letzten zehn Tagen (zu sehen auch in meinen InstaStorys) habe ich immer mindestens fünf Bienen in den Blüten gesehen.


Der Pfirsichbaum


Seit heute blüht der Sauerkirschbaum.


Wir haben neben den Obstbäumen auch noch einen Ahorn- und einen Amberbaum.
Beide lassen sich mit dem Wachsen sehr viel Zeit.

Startschuss im Februar – Gemüse vorziehen
Im Februar hat es mich dann gepackt, und zwar richtig. Ich machte große Pläne für unseren Gemüsegarten, studierte von vorne bis hinten unzählige Gartenbücher, suchte kleine mobile Hochbeete aus, interviewte den Berufsgärtner-Opa und startete mit dem Vorziehen von Gurken, Auberginen, Paprika, Chilis und Kürbissen. Dazu besorgte ich mir im Baumarkt, meinem Happy-Place, ein paar Mini-Anzuchtkästen mit Deckeln, spezieller Anzuchterde und entsprechendes Saatgut (in diesem Jahr werde ich aber einmal testen, selbst Saatgut zu gewinnen). Die Kästen standen südlich ausgerichtet am Fenster und schon nach wenigen Tagen keimten die ersten Samen. Juchuu, ich war schwer begeistert und hätte nie und nimmer gedacht, dass wirklich ALLE Samen keimen würden.


Paprika, Chili und Auberginen – in einem Pott und nach dem Keimen


Ein Kürbispflänzchen


Links: Paprika, rechts: Gurken


Schlangengurken, vor dem Pikieren


Die Kürbisse


Stand nach circa zwei Monaten: die Schlangengurke – ohne Halterung geht nichts bei dieser Rankpflanze.

Sparsam mit den Kürbiskernen
Aber man lernt ja immer beim Machen: Ich empfehle an dieser Stelle, sofern kein wirklich groooßer Garten verfügbar ist, nur 2-3 Kürbiskerne einzusäen, denn schon jetzt, acht Wochen später, sind die Kürbispflanzen RIESIG und werden sich im Beet voraussichtlich auch sehr sehr breit machen. Einige Pflanzen habe ich daher vorsorglich schon in andere gute Hände gegeben und hoffe, dass sie in einem anderen Beet glücklich werden.

Tomaten erst im März vorziehen | Kräuter, Möhren und Dicke Bohnen ab ins Freiland
Auch Tomaten habe ich vorgezogen, allerdings erst Mitte März, denn erst dann ist die UV-Strahlung ausreichend, damit keine garkeligen Pikierleichen entstehen. Für diese Vorzucht habe ich kleine Pappschalen genommen, die aber richtiger Mist waren, da sie sich beim Gießen schon ein wenig aufgelöst haben und etwas Schimmel entstanden ist. Nachdem die Tomaten gekeimt und etwa 6-7 Zentimeter groß waren, habe ich die Pflanzen bereits pikiert und in Plastikpaletten, die ich kostenlos im Blumencenter bekommen habe, umgepflanzt. Auch die Paprika, Auberginen und Co. habe ich pikiert und verpflanzt. Nun, wir haben Mitte April, stelle ich die Plasikschalen jeden Morgen nach draußen in die Sonne, damit die Pflanzen die maximal mögliche UV-Dosis bekommen und sich gut entwickeln.

Mitte März habe ich auch Dicke Bohnen, Möhren und diverse Kräuter für die Frankfurter Grie Soß eingesät, wurde dann aber wenige Tage später vom Nachtfrost überrascht. Au weia, ich war mega geknickt. Glücklicherweise hat das Saatgut den Frost aber überstanden, denn die Kräuter und die Dicken Bohnen sind in den letzten Tagen doch noch hochgeschossen.


Der einjährige Kerbel ist in einen Hängekasten eingezogen.


Pimpinelle, Sauerampfer, Oregano, Petersilie, Minze und ein kleiner Himbeerstrauch


Die Dicken Bohnen haben es überstanden.

Saatgut aus England
Und als wir neulich in England waren, MUSSTE ich natürlich auch unbedingt dort in ein Gartencenter und Blumensamen gucken und shoppen. Ich habe explizit nach Sorten gesucht, die ich in Deutschland nicht bekommen habe. VIele (Schnitt-)Blumen ziehe ich gerade auch in meinen Mini-Kästen vor. Erfahrungsbericht folgt. Auch unsere Blumenzwiebeln, die wir im letzten Herbst eingebuddelt haben, sind aufgegangen. Tulpen, Hyazinthen, Lilien, hach, ein Fest für`s Auge.


Meine Ausbeute aus England


Hach, die Tulpen sind gestern aufgegangen.


… und diese hier auch.

Aktuelles
In meine drei mobilen Hochbeete, die windgeschützt und sonnig stehen, habe ich am Wochenende Spinat, Rote Bete, Salate und Radieschen eingesät. Und heute morgen erst und entgegen der Empfehlung, habe ich zwei Kürbispflanzen in die Nähe unserer Komposttonne gesetzt.


Im Wald habe ich Blätter und Äste gesammelt, um den Boden des Hochbeets auszulegen.


Die gute Komposterde


Das Hochbeet wird mit verschiedenen Sorten Erde geschichtet.

Und jetzt heißt es einfach nur: abwarten und staunen.