Schön eingeschneit in Oberbayern

15. Januar 2019 / 14:12
by Anna

Category: Tegernsee

Ich liebe Schnee und ich würde einen kalten, verschneiten Winter immer einem heißen, nicht enden wollenden Sommer vorziehen. Daher war ich ziemlich erfreut, mich Anfang Januar in einer wunderbaren Schneelandschaft im oberbayrischen Fischbachau wiederzufinden. So schön der Schnee aber auch ist: Ehrfurcht und Demut vor der Natur ist nie verkehrt.

Unter dieser Schneedecke liegt der Spitzingsee.

Ursprünglich sind meine Family und ich wegen eines Skikurses am
Spitzingsee nach Oberbayern gefahren – wie im vergangenen Jahr auch.
Schon Tage vor der Abreise gingen allerdings Unwetterwarnungen durch die
Medien und Berichte von Lawinen und Schneemassen. Vorsicht, Vernunft
und Respekt vor dem Wetter haben aber Priorität und daher haben wir nach
nur einem Tag entschieden, dass nix ist mit Skikurs. Die Bedingungen am Berg
waren (für uns Flachländer) angsteinflößend. Beim Versuch die sehr zu empfehlende
Skischule von Martina Loch zu erreichen, ging eine Ladung Schnee, der
von den Bäumen rutschte, auf unseren fahrbaren Untersatz danieder.
Anschließend, 50 Meter vor dem Ziel und im Schneegestöber, blieben wir im
Schnee stecken, konnten uns allerdings wieder rauswinden. Wir haben nur
die ausgeliehenen Skier abgegeben und sind dann sofort und sehr langsam
wieder den Berg hinunter.

Tags zuvor wurde gezielt eine Lawine gesprengt, einige Tage später gingen
mehrere Lawinen von alleine ab. Ganz ehrlich: so viel Aufregung und
Nervenkitzel brauchen wir nicht.

Auf dem Kogl-Hof zwischen Schneemassen und Ochsen

Unsere schöne und moderne Unterkunft auf dem Kogl-Hof der Familie
Kirchberger, die man nicht über AirBnB buchen kann (Halleluja!) war
übrigens zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten, aber wir hatten genug
Lebensmittel vorrätig und fanden es auch sehr schön, es uns drinnen einfach
nur gemütlich zu machen oder draußen im Schnee zu sein.

Blick vom Weg Richtung Kogl-Hof

Denn: Ruhe, so viel Ruhe für die Großen, so viele Möglichkeiten zum Spielen und
Erkunden für die Kleinen. Wunderbar. Und wurde der Schneeberg zu hoch,
wurde er mit dem Traktor weggeschaufelt. Schon ein Highlight. Mit dem
Traktor dann auch noch mitzufahren – unbezahlbar. Auch das
Schlittenfahren auf dem Hof war für uns alle ein riesengroßer Spaß.
Wir haben auch einige große und kleine Leute gesehen, die mit Skiern
rund um den Hof unterwegs waren.

Wem es draußen, beim nicht enden wollenden Schneegestöber, zu
ungemütlich wurde, der ging einfach in den Stall und besuchte die Ochsen
und Kälber oder kraulte Katze Schnurri.

Ausflüge im Schnee(chaos) 

Aber was kann man noch so machen, trotz der angespannten Wetterlage?
Für uns stand fest: den Berg meiden und den Wetterbericht im Blick
behalten. Ein Ausflug ins zum Beispiel nahe gelegene Rosenheim ist auf jeden
Fall schön und machbar.

Und am vergangenen Dienstag sind wir dann spontan, da das Wetter in
Ordnung war, und mit einem Schlitten im Schlepptau nach Wildbad Kreuth
gefahren um Fisch zu kaufen. Wir waren früher schon ziemlich oft dort und
kennen die Strecke und Umgebung daher ganz gut. Außerdem ist der Fisch
dort einfach lecker. Auch einkehren kann man.
Wäre das Gelände hinter der Fischerei optimal gesichert gewesen, wären wir
zur Siebenhüttenalm gelaufen. Aber: Sicher ist sicher und der Weg war
definitiv nicht sicher. Bei besserem Wetter ist der halbstündige Fußweg zur
Alm sehr zu empfehlen.

Anschließend ging es für mich zum Seehotel Überfahrt in Rottach Egern am
Tegernsee für einen Afternoon Tea – ein Weihnachtsgeschenkt möchte ich
betonen (keine bezahlte Werbung übrigens, wie alles hier im Bericht). Ein
sehr schönes Hotel mit direkter Seelage. Mir wohlbekannt, da der FC
Liverpool dort im August 2017 abgestiegen ist und von uns nicht verfolgt,
aber am Sportplatz gesichtet wurde. Von meinem Fensterplatz aus hatte ich
einen schönen Blick auf den See und die enorme Porsche-Dichte auf der
Hotelauffahrt.

Sehr schön sind auch folgende Lokale in der Nähe:

  1. das rustikale Bräustüberl in Tegernsee,
  2. das gediegene Gut Kaltenbrunn in Gmund und
  3. der Alte Wirt in Fischbachau, in dem wir diesen Januar erstmals gegessen haben. Sehr zu empfehlen, übrigens auch dieser Artikel.

Salzburg – definitiv eine Fahrt wert

Am Mittwoch hatte sich das Wetter etwas beruhigt, sodass wir über die
tatsächlich stau- und unfallfreie A8 nach Salzburg fahren konnten. Ich
persönlich war bisher noch nie dort, obwohl die Stadt schon lange auf
meiner Wunschliste stand. Die Fahrt dauert von Fischbachau auch nur
eine gute Stunde und die Strecke führte uns am Chiemsee, an Berchtesgaden
und dem Watzmann vorbei, den man aber leider nicht sehen konnte. Ich
möchte unbedingt einmal ein paar Tage in der Gegend Urlaub machen und
zum Königsee und Untersberg. Ich weiß auch nicht warum, aber die Ecke
reizt mich.

Salzburg muss im Sommer ziemlich randvoll sein mit Touristen, aber wir
hatten Glück und fanden einen Parkplatz und freien Tisch im Café.

Ein absolutes Muss waren für mich bzw. uns natürlich drei Dinge:
1. Der Kauf von weihnachtlichen Souvenirs (aus Holz) im

Christmas & Easter Store (ich bin halt auch nur Tourist),

2. der Besuch des Mozart-Hauses, da wir große Mozart-Fans sind, sowie

Mozarts Notizbuch

3. eine Original Mozartkugel essen.

Die „echten“ Mozartkugeln schmecken einfach hmmmm…

Alles erledigt. Das Mozart-Haus ist unwahrscheinlich beeindruckend.
Durch die Räume zu gehen und zu wissen, dass hier dieses Musik-Genie
geboren wurde und gelebt hat, dazu die ganzen Gegenstände und
Instrumente. Sogar seine Perücke und eine echte Haarlocke sind ausgestellt.
Totale Ehrfurcht. Wunderbar.

Café Würfelzucker, in der Nähe des Mozarthauses

Wunderbar war auch, einmal so viel Schnee zu sehen. Und gut ist auch,
dass wir als Mensch in unsere Schranken verwiesen werden. Wir sind
nicht stärker als die Natur und das Wetter und es ist immer gut, daran
erinnert zu werden. Ich persönlich war früher ja gar kein Bayern-Fan,
aber mittlerweile gefällt es mir dort immer besser und besser und ich
hoffe, dass ich bald wieder dort bin.