London calling – ein Reisebericht

15. November 2017 / 9:32
by Anna

Category: London

Tags:

London ist und bleibt meine absolute Lieblingsstadt. Aber da ich nicht ohne die Family für mehrere Tage (alleine) wegfahren möchte und mehrere Tage in London für (meine) kleine(n) Kinder meiner Meinung nach zu anstrengend sind, ist meine neue Alternative? Genau, der gute alte Tagesausflug.

Idealerweise wohne ich nicht weit weg vom Frankfurter Flughafen (Fluch oder Segen?). Von dort aus gehen stündlich Flüge nach London. Morgens hin, abends zurück. Das habe ich vor einigen Tagen ausprobiert. Mein allgemeines Fazit: Es lohnt sich, ist aber sehr sehr seeeehr anstrengend. Meine Umweltbilanz klammere ich dabei mal aus. Es gibt dazu solche und solche Meinungen. Neutral betrachtet ist eine solche Aktion bestimmt ein wenig gaga und auch wenn ich ansonsten versuche mein alltägliches Tun zu optimieren und auf die Umwelt zu achten: Hier siegt der Egoismus und der Das-Leben-ist-so-kurz-Gedanke, ich gebe es unumwunden zu.

4.15 Uhr – der Wecker klingelt
Bereits um 3.00 Uhr bin ich wach. Reiseunruhe, aber ich stehe erst um viertel nach vier Uhr auf und verlasse das Haus um 4.40 Uhr. Mit dem Auto fahre ich innerhalb von 20 Minuten rüber zum Flughafen (Terminal 2) und stelle es auf dem Frauenparkplatz ab. Die Kosten für einen Tag im Parkhaus liegen übrigens bei 28 Euro.

5.15 Uhr – Sicherheitskontrolle
In Frankfurt nimmt man es bei Flügen zum Beispiel nach GB oder in die USA genauer als beispielsweise nach Portugal. Schuhe aus, Geräte raus, wirklich nur maximal 10 Behätlnisse mit Flüssigkeiten… Safety first. Für mich ist das in Ordnung.

6.15 Uhr – warten, warten, warten
Flugzeuge von British Airways, Ryan Air und auch Lufthansa, die London ansteuern, parken in den meisten Fällen nicht direkt am Terminal sondern auf einer Außenposition, selbst wenn Parkplätze direkt an den Gates frei sind. Mich nervt das jedes Mal aufs Neue. So auch dieses Mal. Also alle Passagiere rein in den Bus und los.

7.25 Uhr – wir starten
… und landen pünktlich um 7.30 Uhr Ortszeit in Stansted. Ich finde Heathrow ja einfach nur furchtbar und mag es viel lieber, London City oder Stansted anzusteuern.

8.00 Uhr – Einreise, eine ernste Sache
Es ist früh am Morgen und ungefähr 300 Leute wollen vor mir ins Land einreisen. Die Schlange vor der Passkontrolle ist sooooo lang. Gähn.

8.45 Uhr – Stansted Express
Im Prinzip eine gute Sache! Alles 15 Minuten sollen laut Plan Züge innerhalb von 50 Minuten zur Liverpool Street Station fahren. Blöd nur, wenn wegen Arbeiten am Gleis nicht alle Züge pünktlich fahren. Das Ticket für die Hin- und Rückfahrt habe ich online für 17 Pfund gebucht.

9.55 Uhr – Ankunft Liverpool Street Station
Endlich bin ich daaaaa. Die Zugfahrt (als sie denn nun endlich los ging) war sehr bequem. Aber trotz aller Freude in London zu sein: Müdigkeit. Ich lade noch schnell meine Oyster Card auf und fahre dann mit der Circle Line zum Notting Hill Gate. Mein Ziel: Frühstücken im hochgehypten Farm Girl Café in der Portobello Road. (Einen Tisch kann man vorbei nicht servieren.)

10.30 Uhr – Farm Girl Café
Ein niedliches kleines Café im Hinterhof. Zu Stoßzeiten, habe ich mir sagen lassen, ist es gerammelt voll. Aber um 10.30 Uhr sind genügend Plätze frei. Ich bestelle natürlich ein Avocado Brot mit Ei und Saft, wobei letzterer erst nach Nachfragen gebracht wird. Die Portion, ganz ehrlich, ist einfach zu klein und das Ei ist kalt und sehr sehr wabbelig. Sprich: Es schmeckt einfach nicht. Etwas frustriend. Auf die Rechnung wird dann ohne vorheriges Fragen einfach eine Spende für Was-weiß-ich draufgepackt. Ich spende gerne, aber dieses Erschleichen ohne vorherige Infos finde ich irgendwie nicht in Ordnung.

11.15 Uhr – Kensington Palace, Busfahrt mit Linie 9 zum Trafalgar Square
Ruckizucki bin ich wieder raus aus dieser Enttäuschung und laufe den altbekannten Weg über die Billionaires Row (das Fotografieren ist verboten) zum Kensington Palace und dann durch den Kensington Garden. Kleiner Tipp am Rande: Lunch und Afternoon Tea in der Orangery sind famoooos. Allgemein ist der Kensington Garden eine schöne Ecke.

Aber die Müdigkeit… Daher kam mir die Buslinie Nummer 9 sehr gelegen. Schnell rein und ab zur Mini-Stadtrundfahrt: vorbei an der Royal Albert Hall, dem Hyde Park, Hyde Park Corner, Ritz, Picadilly (na ja, aus der Ferne) und dann zum Trafalgar Square. Von dort aus mache ich eine schöne Runde durch`s Westend, Covent Garden, Soho, Somerset House und genieße das bunte Treiben. Mal hier mal da besuche ich ein hübsches Geschäft, einen Hutladen oder bestaune die Weihnachtsdeko in den Schaufenstern. Einen tollen Blick auf die City und Westminster habe ich auf der Waterloo Bridge, auf der ich tatsächlich noch nie war. Grauer Himmel, ach egal. Hach, alles ist einfach wunderbar. Mehr brauche ich gar nicht.

 

 

13.10 Uhr – China Town
Und dieses Mal habe ich es auch endlich geschafft, mal in Ruhe durch China Town zu laufen und mir die teils toll-absurden Szenen anzuschauen: duzende gebratene Enten in beschlagenen Schaufenstern, Straßenschilder mit chinesischer Übersetzung, tausende rote Laternen. Schön!

13.40 Uhr – National Gallery
Schon tausend mal drinnen gewesen, aber immer wieder stehe ich trotzdem gerne und voller Eeeehrfurcht vor meinen Lieblingsbildern (und immer wieder verlaufe ich mich). Und an diesem Mittwochnachmittag ist es auch gar nicht soooo voll. Ausruhen vor den Bildern kann ich mich auf den Chesterfield-Sofas, die überall rumstehen.

14.30 Uhr – Regend Street | Carnaby Street
Leider bin ich nicht mehr so der Offline-Shopper, aber bei Liberty und in der bunten Carnaby Street, die dieses Jahr das Thema Carnaby Christmas Carneval hat, staune ich immer wieder über die bunte Kreativität der Geschäfte. Im vierten Stock gibt es aktuell auch wieder einen wunderbaren Weihnachtsmarkt mit lauter schönen Sachen. Im Oktober war ich ja bereits in London und habe Deko eingekauft und da ich zu diesem Zeitpunkt ein Tief habe, kaufe ich tatsächlich keinen weiteren Nussknacker. Großes Bereuen an dieser Stelle!!!


Das schönste Kaufhaus in London.


Hätte ich ihn doch bloß mitgenommen!

14.50 Uhr – das Highlight: Afternoon Tea im Sketch
Schräg gegenüber von Liberty und ARKET ist das Sketch, ein verwunschener Ort mit unglaublich schönem Interior Design und viel Liebe zum Detail. Dazu wird es auf jeden Fall einen Extra-Artikel geben! So viel nur vorneweg: einmal im Leben sollte man als London-Besucher dorthin gehen!!!


16.15 Uhr – Bummeln durch die Oxford Street

Nach meiner Teestunde im Sketch mobilisiere ich meine letzten Kraftreserven und bummle ein wenig über die bereits weihnachtlich beleuchtete Oxford Street. Es ist so voll. Unglaublich. Von der Oxford Circus Station fahre ich dann mit der Tube zurück zur Liverpool Street Station, um meinen Zug zurück zum Flughafen zu nehmen. En minute. Alles läuft reibungslos und ich bin exakt zwei Stunden vor Abflug, um 17.50 Uhr am Flughafen. Genug Zeit um meine Lieblingszeitschriften einzukaufen, eine Kleinigkeit zu essen und vor allem um Kaffee zu trinken. Übrigens: Hier ging es mit der Sicherheitskontrolle sehr fix! Ich wurde seitlich des Kontrollgeräts vorbei gewunken und niemand hat mich weder abgetastet noch durchleuchtet.

Ich bin natürlich zu früh am Flughafen, hätte auf jeden Fall noch etwas in der Stadt bleiben können. Vorgemerkt für`s nächste Mal.
Der Flug geht nicht pünktlich, sondern mit 25 Minuten Verspätung in die Luft, aber wir landen trotzdem püntklich in Frankfurt um 22.25 Uhr. Boah. Ich bin einfach nur tot und froh mit dem Auto gekommen zu sein. Halleluja. Die nächsten zwei Tage bewege ich mich nur, wenn notwendig, hehe, aber ich bin trotzdem froh, den Ausflug gemacht zu haben. Für Dezember ist ein weiterer geplant (Geschenke einkaufen) und ich weiß ja nun, an welcher Stelle ich optimieren kann.