Gruselig, lustig, lecker: meine Buch-Tipps für den Herbst

15. Oktober 2018 / 14:26
by Anna

Category: Bücher

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Auch wenn die Temperaturen etwas anderes sagen: es ist Herbst! Die Tage werden kürzer und der Drang wird geringer, draußen etwas zu unternehmen, abends zu grillen oder die Tage am Badesee zu verbringen. Zeit also, um sich mal wieder dem ein oder anderen Buch zu widmen. 

Schon seit einigen Jahren kaufe ich mir so gut wie keine Bücher mehr, sondern tausche oder leihe sie mir hauptsächlich aus. Ab und an, wie das Buch von Adam Fletcher, bekomme ich aber auch mal eines geschenkt. Glücklicherweise haben wir hier in der Stadt eine sehr gut sortierte und üppig bestückte Bücherei, in der ich immer wieder tolle Bücher beim Stöbern entdecke.

Dies sind meine fünf Buch-Empfehlungen für den Herbst:

SUSANNE GOGA – Der verbotene Fluss
Diese Buch habe ich mir ausgeliehen und innerhalb weniger Tage gelesen – ein gutes Zeichen also. Die Geschichte handelt von der Berliner Gouvernante Charlotte Pauly, die eine Stellung in einem herrschaftlichen Haushalt in England annimmt (Hallo, Downton Abbey). Sie soll die liebenswürdige, aber leicht verstörte achtjährige Emily unterrichten, deren Mutter, Lady Ellen, auf mysteriöse Weise umkam. Emily wird des nachts regelmäßig von Albträumen geplagt und hat furchteinflößende Heimsuchungen ihrer Mutter. Charlotte, die sich um das Kind sorgt, trifft beim Vater des Kindes und beim Personal des Hauses auf eine Mauer des Schweigens. Sie stellt eigene Nachforschungen an und wird vom Journalisten Tom unterstützt. Mehr wird an dieser Stelle aber nicht verraten.

KÜRBIS – Neue Rezepte für das beliebte Gemüse
Wir haben einen 7,5 Kilogramm schweren Butternuss-Kürbis im Garten geerntet und weitere sind noch am wachsen. Für einige Rezept-Ideen habe ich mir dieses Kochbuch in der Bücherei ausgeliehen und schon fleißig geschmökert. Es handelt sich nicht um ein veganes oder vegetarisches Kochbuch (das zu erwähnen ist heutzutage ja sehr wichtig), die Rezepte sind leicht bis mittelschwer. Das Kürbis-Wallnussbrot-Rezept habe ich gestern ausprobiert und es mir leider misslungen. Aber alles anderes ist sicherlich für Hobbyköche leicht umzusetzen.

PETER JAMES – Das Haus in Gold Hill
Dieses Buch des beliebten britischen Autors Peter James ist nichts für schwache Nerven. Mir lief beim Lesen das ein oder andere mal ein Schauer über den Rücken. Meine Empfehlung: nur bei Tageslicht lesen.
Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Oliver, Caro und Tochter Jade, die ein baufälliges und uraltes Haus in der Nähe von Brighton beziehen und sich damit heillos übernehmen. Bereits kurz nach dem Einzug passieren merkwürdige Dinge in dem Haus. Schatten huschen vorbei, Wasserhähne gehen von alleine auf und Möbel drehen sich. Oliver bekommt auf seinen Displays Nachrichten, die sofort wieder verschwinden und er begegnet Menschen, die bereits verstorben sind. Was dahinter steckt? Verrate ich natürlich nicht.

ADAM FLETCHER – So sorry
Dieses Buch habe ich geschenkt bekommen, es innerhalb weniger Tage von vorne bis hinten gelesen und mich dabei köstlich amüsiert. Es ist so wahnsinnig komisch geschrieben und mit zahlreichen, tollen Illustrationen bestückt. Der Brite Fletcher, der aktuell in Berlin lebt, analysiert und dokumentiert scharfsinnig und schonungslos das Wesen und Denken des gemeinen Briten. So viele Dinge und Eigenarten, die ich auch persönlich mit Briten verbinde und die ich vielleicht früher als Vorurteil abgetan habe, greift Fletcher auf. Er selbst ist dabei knallhart im Urteil gegen sein eigenes Völkchen, dessen seltsames Verhalten und deren Einstellung gegenüber alles und jeden, was und wer nicht britisch ist, aktuell ja Thema ist, nicht nur wegen des Brexits. Eigentlich eine unfassbar erschreckende Entwicklung, die die britische Gesellschaft aktuell nimmt.

Der Titel ist meiner Meinung nach ebenfalls perfekt gewählt. Ich kenne kaum ein anderes europäisches Volk, das ein dermaßen großes Gewese um zum Beispiel einen simplen Einkauf im Supermarkt macht wie die Briten. Wer nicht mindestens sieben Mal „Thank you“ sagt (für jeden Handschlag), gilt schon als unhöflich. Wer nicht bei jeder Gelegenheit „sorry“ sagt ebenfalls. Im Sommer haben sich in Burwash, wo wir unser Cottage hatten, zwei Mitarbeiter des Hofs zweimal unabhängig voneinander bei mir entschuldigt dafür, dass die Briten zu faul sind um eine Fremdsprache zu lernen. Und auch die vielen Smalltalks, die ich mit diversen Briten geführt habe, folgen tatsächlich immer und immer wieder dem gleichen Schema: Es geht zuerst immer um das Wetter. Immer. Es ist unglaublich, wie lange man sich mit einem Briten über das Wetter unterhalten kann. Im Allgemeinen ist es erstaunlich, wie lange man mit einem Briten ewig lang über im Grunde genommen nichts reden kann.

WALTER VON LUCADOU – Die Geister, die mich riefen
Bis vor kurzem habe ich noch nie von diesem Herren gehört. Aber nachdem ich einige Interviews mit ihm gesehen habe, bin ich der Meinung, dass er noch zu den seriösesten seiner Zunft gehört. In diesem Buch erzählt er von seinen Erfahrungen mit teils verzweifelten Hilfesuchenden, die sich mit Spuk und Geistererscheinungen rumplagen müssen. Die Geschichten sind teils unfassbar und kaum zu glauben. Aber spannend.