Elsass-Guide: Mittelbergheim und das Gilg

30. April 2019 / 18:27
by Anna

Category: Dessert, Elsass, Hausmannskost

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Im Oktober 2011 war ich das erste Mal im Elsass und bin seitdem Fan von kleinen Orten wie Ottrott, Obernai oder Mittelbergheim. Überall gibt es schöne, sehr alte und sehr gepflegte Fachwerkhäuser, die mit Geranien vor den Fenstern bestückt sind, kleine Gassen zum Schlendern und natürlich viele Weinberge und unzählige Lokale und wirklich gute Restaurants mit regionaler, elsässischer Küche.

Nach Mittelbergheim bin ich bisher eigentlich jedes Mal gefahren, denn mein absoluter Geheim-Tipp ist ein Besuch der Domaine Armand Gilg, und zwar aus folgenden Gründen:

• man kann vor Ort besten Wein erwerben,
• in der hauseigenen, traditionellen Winstub kann man unfassbar, wirklich unfassbar gut essen und
• es gibt in dem über vierhundert Jahre alten Gemäuer schöne Bed&Breakfast-Zimmer

Außerdem ist das Örtchen sehr niedlich und man kann in den Weinbergen schöne (Verdauungs-)Spaziergänge machen. Auch Barr mit seinen schönen Cafés und Geschäften ist in fünfzehn Minuten Fussweg gut zu erreichen.

Das Weingut besteht aus verschiedenen Gebäude-Komplexen. Einige Bereiche sind hunderte Jahre alt – was ich mit Faszination bemerkt habe. Insbesondere das runde Treppenhaus hat mich beeindruckt. Die Gänge im Gäste-Trackt sind verschlungen und haben mich an das Winchester-Haus erinnert. Ein bisschen gegruselt hat es mich dort des Nachts schon. Ich bin mir sicher: Im Gilg spukt es sowieso.

Den Wein kann man direkt vor Ort in Mittelbergheim erwerben.
Dieser Wird natürlich auch im eigenen Lokal angeboten.

Die Zimmer – grobe Materialien, einladende Einrichtung

Manche Zimmer im Gilg sind sehr einfach eingerichtet, aber es gibt auch einige, die neu gestaltet und eingerichtet wurden. Der Mix aus groben Materialien mit rustikalem, aber dennoch einladenden Charme passt sehr gut zum Haus. Schön sind auch die Details an den Möbeln, die auf das Weingut hinweisen.

Das Essen – (einfach) lecker

Im Gilg kann man a là carte essen oder zwischen zwei Drei-Gänge-Menüs wählen. Ich nehme eigentlich immer das Menü, das die Foie gras enthält – eine Spezialität des Hauses. Nur hier habe ich die bisher gegessen, insgesamt viermal. Die Hauptgänge haben bei meinen Besuchen immer variiert, ebenso wie die Desserts. Besonders im Gedächtnis ist mir die Crème Brûlée geblieben. Selten habe ich eine so gelungene Nachspeise gehabt. Leider gab es diese vergangene Woche nicht, dafür habe ich eine Art Schoko-Mouse-au-chocolat-Torte gegessen. Unfassbar gelungen. Bisher gab es – wie auch aktuell – als Gruß aus der Küche kleine Flammkuchen. Der Kaffee nach dem Dessert wird immer mit Krokant und Plätzchen gereicht. Vergangene Woche bin ich nach dem Essen im Gilg zu Fuss ins Hotel nach Barr gelaufen. Die 1,7 Kilometer waren auch dringend notwendig.

Ich habe jetzt, beim Tippen dieses Artikels, schon wieder richtig Lust, eine Elsass-Reise zu planen. Am meisten gefällt es mir dort ja im Herbst, wenn es früher dunkel wird, die Blätter gefärbt sind und allgemeine Gemütlichkeit einkehrt.