Dorset-Guide: im gruseligen East Wing-Cottage

15. Mai 2018 / 8:08
by Anna

Category: England

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Bei Regen, Wind und Dunkelheit erreichten wir diese schöne Cottage-Perle in der tiefsten Provinz von Dorset. Ein Glück, dass wir das East Wing-Cottage überhaupt gefunden haben, denn unser Navi hatte das hübsche kleine Dorf Shroton beziehungsweise die Straße gar nicht im System.

Wir konnten leider erst am Nachmittag einen Flug nach Heathrow nehmen und obwohl wir pünktlich landeten und auch das Abholen des Mietwagens reibungslos funktionierte, rannte uns die Zeit ein wenig davon. Bis wir dann eeendlich auf der englischen Autobahn waren und den Berufsverkehr hinter uns lassen konnten, dauerte es trotzdem gute zwei Stunden, bis wir in Shroton ankamen. Unsere Route führte uns übrigens an Stonehenge vorbei – bis heute bin ich von dieser von Touristen gefluteten Attraktion beeindruckt. Unser kleines Kind ist übrigens kurz vor der Ankunft im Auto eingeschafen und ließ sich im Schlaf reintragen, umziehen und Bettfertig-machen – ohne aufzuwachen. Ein putziger Anblick.

Das Cottage ansich war für uns übrigens genau richtig. Die ruhige und dennoch zentrale Lage ist ideal für Ausflüge an die Küste, in die umliegenden Städte und die Burgen und Herrenhäuser. Sechs Leute haben Platz, es gibt drei komfortable Schlafzimmer, zwei Bäder, ein Gäste-WC UND – das Allerwichtigste: eine Waschmaschine und einen Trockner. Somit brauchten wir auch nur wenig Klamotten einpacken und kamen mit einem großen Koffer und einem Trolley aus.

Besonders schön finde ich an den East Wing, dass alles neu, zeitgemäß und hochwertig ausgestattet ist, die englische DNA aber trotzdem durchscheint. Auf Teppich mag einfach kein Engländer verzichten wie mir scheint.

Gruselmoment – es spukt im East Wing!?

Fast jede Nacht bin ich jedoch wach geworden durch ein Tippeln, dass aus den Wänden zu kommen schien. Mir jagte das wirklich jedes Mal einen Schauer über den Rücken, da ich das Geräusch anfangs nicht einordnen konnte und auch mein Mann in der ersten Nachts nichts hörte. Irgendwann kam mir die Vermutung, dass es sich vielleicht nicht um ein Spukgespenst, sondern lediglich um Mäuse in den Rohren handeln muss.

Hoffen wir es mal, denn ich würde jederzeit wiederkommen, so gut hat es mir dort gefallen. Gebucht haben wir das Cottage übrigens wieder über die Plattform English Country Cottages. Klickt euch da mal durch – es gibt ja so viele unfassbar tolle Cottages.


Der Essbereich


Das kleine, feine Wohnzimmer


Hinter den Türen befinden sich eine Waschmaschine in ein Trockner.


Die Küche befindet sich in einem schönen (und zugigen) Anbau.


Diese Blumen haben es mir angetan.


Unter`m Dach


Kein englischer Standard: neue, schöne, helle Bäder

Im Sommer werden wir übrigens wieder in England weilen (die gute alte Sommerfrische, hehe) und haben bereits letzten Herbst ein traumhaftes Cottage in Sussex reserviert. Ich kann es wirklich kaum abwarten, endlich loszudüsen (wir werden wieder, wie im Oktober, mit dem Auto fahren und einen kleinen Road-Tripp daraus machen). Geplant ist eine Woche im besagten Cottage sowie verschiedene Aufenthalte in einigen schönen Landhotels in Südengland. Dazu aber an anderer Stelle mehr.

Wer weiß, wie es dann für uns mit England beziehungsweise Great Britian nach dem Sommer aussehen wird und wann wir wieder hinfahren werden. Wir sind große UK-Fans, befürchten aber, dass die Einreise durch den Brexit im kommenden März noch anstrengender wird, als sie ohnehin schon ist. Bereits jetzt ist es einfach nur nervig nach UK zu kommen. In Frankfurt mussten wir drei Sicherheitsschleusen durchlaufen und konnten nur knapp unseren Flieger erreichen, weil es dermaßen voll und langwierig war (und, by the way, eine Tortour für die Kinder). Und auch die Fährfahrt bereitet ein Grummeln. Man kommt sich an der „Grenze“ in Frankreich schon ein wenig vor wie ein Schwerverbrecher, wenn man skeptisch beäugt und durchleuchtet / gescannt wird und die hohen Zäune sieht. Ich sehe die gesellschaftliche Entwicklung in UK schon mit großer Besorgnis und ein wenig mit Entsetzen. Auch deutsche Bekannte, die teils schon fast eine Dekate in England leben, berichten von plötzlicher Ausgrenzung und Anfeindungen. Aber das ist ein Thema für sich.

Ich möchte mein positives England-Gefühl so lange wie möglich behalten. Da setze ich einfach noch eine Weile meine rosarote Brille auf und bleibe positiv gestimmt.