Besuch in der Burg(en-Ikone) Eltz

14. Oktober 2020 / 12:22
by Admin

Category: Deutschland

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Ach, ich weiß gar nicht wie lange ich schon den Wunsch hatte, einmal die Burg Eltz in Rheinland-Pfalz zu besuchen. Für einen Tagesausflug aus meiner Heimatstadt liegt die Burg zu weit weg. Daher kam vor einiger Zeit die Idee auf – da wegen der Pandemie große Urlaube im Herbst schwer umsetzbar sind – einfach für ein Wochenende an den Rhein zu fahren, um von dort aus sowohl die Burg Eltz als auch die Marksburg zu besichtigen (Letztere haben wir wegen des starken Regens nur von außen bewundert.).

Wegen der 7-Tages-Inzidenz sind wir dann plötzlich und spontan letzten Mittwoch Richtung Rheinland-Pfalz aufgebrochen, bevor es auch unsere Region erwischt hatte. Glücklicherweise war das Hotel sehr flexibel bei der Umbuchung.

Besuch auf der Burg

Ich habe von Freunden einen Tipp bekommen, der Gold wert war und daher möchte ich diesen ebenfalls allen ans Herz legen, die einen Besuch planen: Früh da sein ist das Gebot der Stunde! Die Burg öffnet ihre Pforten um 9.30 Uhr.

Wir kamen um etwa 9.20 Uhr auf dem Parkplatz im Wald an. Parkgebühren von 2 Euro sind beim Pförtner zu entrichten. Menschen, die nicht gut zu Fuß sind, können mit einem kleinen Shuttle-Bus zur Burg fahren. Alle anderen Besucher nehmen einen etwa 1,3 Kilometer langen, mitunter matschigen, schmalen und nicht befestigten Waldweg. Teilweise gehen die Abhänge sehr sehr steil und tief hinunter. Unten plätschert das Elz-Bächlein. Auf kleine (freilaufende) Kinder muss man daher sehr gut aufpassen.

Irgendwann biegt man schließlich um die Ecke und siehe da – da thront sie auf einem imposanten Felskopf, umschlossen von der Elz: die mächtige, schöne Burg Eltz. Ein toller Anblick ist das!

Und wir hatten tatsächlich Glück, denn als wir um 9.40 Uhr vor der Burg standen, war noch niemand sonst da. Somit hatten wir Zeit, um in Ruhe ein paar schöne Familienbilder zu machen.

Der 1,3 Kilometer lange Weg zur Burg ist
nur zu Beginn so breit wie hier auf dem Foto.
Plötzlich lief dieser kleine Feuersalamander vor uns her.

Mir ist aufgefallen, dass der Eintritt so günstig ist. Erwachsene zahlen 9 Euro, Kinder 7 Euro.
Ich habe dabei immer die Vergleiche mit englischen Sehenswürdigkeiten im Hinterkopf.
Dort würde man mindestens das Dreifache für eine vergleichbare Attraktion verlangen.

Auf dem gesamten Gelände herrscht Maskenpflicht. Am Eingang bekommt man ein Bändchen, das man
sichtbar tragen muss, und das berechtigt, sich überall zwei Stunden aufzuhalten.

Da wir so früh da waren, konnten wir ziemlich fix an einer Führung teilnehmen. Diese finden etwa im
Zehn-Minuten-Takt statt und nur gut ein Dutzend Personen dürfen sich gleichzeitig in einem
Raum aufhalten. Die Fenster in den meisten Räumen waren auch geöffnet – durchlüften durchlüften
durchlüften, so lange es geht.

Die Burg Eltz, die einst auch auf den 500-DM-Scheinen abgebildet war, ist seit fast 900 Jahren
im Besitz von ein und derselben Familie und – wie soll man es besser ausdrücken? –
mach wie vor richtig gut in Schuss, denn sie wurde nie zerstört.

Viele Räume und Gegenstände, die während der Führung zu sehen sind (leider darf man
in den Räumen nicht fotografieren), sind Originale aus ihrer jeweiligen Zeit und teils viele
hundert Jahre alt. Interessant ist auch die Tatsache, dass im 13. Jahrhundert drei Eltz-Brüder
die Burg und die dazugehörigen Ländereien untereinander aufteilten (Ganerbenburg).
Im Laufe der Zeit wurde die Burg baulich immer wieder erweitert. Heute umfasst sie 80 Räume,
von denen 40 durch eine eigene Feuerstelle geheizt werden konnten.

Erste Station der gut halbstündigen Führung ist eine Art Flur, in der Waffen aus verschiedenen
Jahrhunderten ausgestellt sind. Gleich im nächsten Raum, einen für mittelalterliche
Verhältnisse luxuriösen Speiseraum mit offener Feuerstelle und Glasfenstern, hängt
sogar ein Original-Cranach.

Im sogenannten Rübener Schlafzimmer kann man Wandbemalungen aus dem 15.
Jahrhundert ebenso bestaunen wie einen Erker, in dem sich eine Mini-Kapelle
befindet. In einem anderem Zimmer sind Original mittelalterliche Fliesen zu entdecken.

Nach der Führung haben wir uns die Waffen- und Schatzkammer angesehen.
Diese Plastik aus Elfenbein finde ich persönlich irritierend und faszinierend-verstörend
zugleich.

Ein kleiner Imbiss nach der Besichtigung musste einfach sein. Es war zwar an diesem Vormittag
windig und trüb, aber wir konnten an einem Stehtisch im Freien etwas essen und trinken.

Am späten Vormittag wurde es richtig voll.

Ein Spaziergang um die Burg ist sehr zu empfehlen.

Instagramer bei der Arbeit

Wusstet ihr, dass es schätzungsweise 25.000 Burgen in Deutschland gibt? Damit gehören wir zu
den burgenreichsten Ländern, noch deutlich vor Großbritannien. Ich habe schon viele Burgen
besichtigt, aber die Burg Eltz gehört definitiv zu den schönsten und beeindruckendsten!