Zeitgeist: Schon beINFLUENCED?

26. Oktober 2016 / 8:55
by Anna

Category: Zeitgeist

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Dieser Beitrag schlummert schon eine Weile in meiner Ablage, aber ich musste doch länger überlegen, ob ich wirklich auch noch meine bescheidene Meinung zu den Entwicklungen in der Blogger- und Influencer-Szene kundtun muss. Wie auch immer, ich tu`s nun (als Abwechslung zu meinen London-Posts, die noch folgen werden), denn irgendwie war mir das Feedback in den letzten Wochen zu einer bestimmten neuen Entwicklung zu mau. Worum geht`s? Sicherlich haben viele von euch schon mitbekommen, dass es ein neues „Influencer“-Magazin namens SELFIE`S gibt.

„NEU! Das INFLUENCER MAGAZIN (natürlich ohne Bindestrich) mit SHOPPING-APP“, „SCAN IT SHOP IT“ steht in großen Lettern auf dem Cover. Daneben eine junge Dame, über die ich später erfahren werde, dass es sich um die Influencerin Nina Süss handelt. Dank Photoshop habe ich sie nicht erkannt.

Nach dem ersten Durchblättern daheim (und ja, ich habe das Magazin mitgenommen und 3 Euro dafür ausgegeben) wusste ich nicht, ob ich das nun faszinierend oder beängstigend finden sollte. Das Konzept von SELFIE`S ist, dass eine Auswahl der neuen deutschsprachigen Influencer Mode- und Lifestyle-Tipps gibt und durch ihre Welt führt. Interessant an dieser Stelle, dass diese Infuencer, die immer en minute Dank Snapchat und Instagram agieren können, nun bei einem Printprodukt mitmachen. Hmmm. Letztendlich ist das Magazin aber auch mit einer digitalen APP vernetzt, sodass man Produkte, die im Heft zu sehen sind, einscannen und nachkaufen kann. Und genau DAS ist der Punkt, der mich so ärgert: Die Blogger verkommen immer mehr zu reinen Werbeplakaten ohne eigene Seele, ohne Charisma, ohne das Einzigartige. Absurd eigentlich und für mich nicht zu begreifen, dass das bei der breiten Masse so gut ankommt und die Frauen immer erfolgreicher werden.

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Mein allgemeiner Eindruck vom Magazin…
Vom Design und der Strukturierung her hat mich SELFIE`S stark an die deutsche InStyle erinnert. Die Themen und der Aufbau sind ähnlich, die Bilder hochglanzmäßig und professionell produziert. Die Mode und Kosmetikprodukte sind aktuell und größtenteils aus dem sehr gehobenen Preissegment.

Beispiel?
Seite 25 – Pullover, Red Valentino, ca. 450 €
Seite 59 – Poncho mit Revers von Burberry über mytheresa.com, ca. 2.595 €
Seite 65 – Clutch mit Kroko-Prägung und Blätter-Applikationen von Nancy Gonzalez, ca, 2.950 €

Spannend auch die Klamotten aus der Modestrecke von Vicky Heiler, in der ein Lackmantel für 3.495 € oder eine transparente Bluse für 778 € abgebildet ist. Aber es gibt auch einige „Günstig-Teile“ aus dem zweistelligen Euro-Bereich, zum Beispiel ein BH von Anine Bing für 85 €. Wenn ich an die normale Modebloggerin von einst denke, die Klamotten von H&M mit tollen Flomarktfunden kombiniert und damit einen eigenen Stil geschaffen hat, dann bin ich doch erstaunt über die heutigen Maßstäbe. An dieser Stelle sollte man sich selbst besser nicht fragen, ob das alles wirklich noch normal ist und warum man der Zielgruppe, die auf junge Frauen zwischen 20 und 35 abzielt, weißmacht, dass es normal sei, ein Vermögen für Mode und Lifestyleprodukte auszugeben. Die Influencer halten auf ihren Kanälen zuhauf Zeug aus dem Preissegment wie oben in die Kamera und geben dem Betrachter das Gefühl, dass das der Maßstab ist. Das geschätzte 95 Prozent der Follower Normal- oder Geringverdiener sind? Geschenkt!

#goodmorning #inspiration @camilacarril Like or LOVE? #selfiesmagazine #repost

Ein von Selfie’s (@be_selfies) gepostetes Foto am

Was mich an diesem ganzen Influencer-/Blogger-Ding so stört…
Das Wort Influencer wird ja seit einigen Monaten zernudelt und verwurschelt wo es nur geht. Ja, diese Bezeichnung trifft es sicherlich besser als das Wort Blogger, denn das, was die Mädels mit 250k und mehr Followern bei Instagram sind und machen, ist weit entfernt von dem, was Blogger eigentlich mal ursprünglich waren: Kreative Individualisten, die sich austauschen wollen mit Gleichgesinnten. Von Austausch kann man wohl kaum noch sprechen, denn wer von diesen Influencer geht überhaupt noch auf Kommentare der Follower ein? So gut wie keiner!

Und ja, es ist ein Fakt: Wer ein Bild mit der neuesten It-Bag postet (die höchstwahrscheinlich nicht selbst bezahlt sondern zur Verfügung gestellt wurde), der erreicht eine gewisse Anzahl an Menschen und macht auf dieses Produkt aufmerksam, wovon das entsprechende Label profitieren kann. Modeaffine Menschen wollen oft Unerreichbares und lassen sich natürlich von dem Luxus der Influencer beeinflussen. Man will ja träumen und anhimmeln. Vielleicht rührt daher der Erfolg?

Gefährlich finde ich nur, zu was Influencer immer mehr stilisiert werden – als seien sie das Maß aller Dinge!
Finde eigentlich nur ich es erschreckend, dass uns Menschen „beeinflussen“ wollen, die größtenteils und offensichtlich als Marionetten von PR- und Modefirmen agieren und weit entfernt von einem eigenbestimmten Stil sind? Und merkt das eigentlich keiner? Die vermeintlichen Mädels von nebenan (und das waren Mode-Blogger früher ja einmal) schweben doch immer mehr in anderen Sphären, in Welten, die ich nicht mehr verstehe und Umgebungen, die für viele immer unerreichbar sein werden. Ich denke da zum Beispiel an die Luxus- bzw. „Presse“-Reisen, die eigentlich alle Influencer machen: Hotels auf den Malediven, in denen die Kosten für eine Nacht im vierstelligen Bereich liegen. Hallo? Oft gesehen. Und ja, dann waren gestern alle auf Santorin, sind heute unterwegs lunchen in Marrakesch, morgen auf dem Coachella am Tanzen und danach noch schnell in Paris bei einem Catier-Event.

21-jährige Fern-Studentinnen, die ein Leben führen und vorleben, dass sich kaum eine Karriere-Frau in einem großen DAX-Unternehmen leisten dürfte, geschweigedenn eine ebenfalls 21-jährige Stundentin, die wirklich studiert und von Bafög und einem Kellnerjob lebt. Ist es nicht bedenklich, dass die Influencer uns dahingehend beeinflussen wollen, dass wir diesem Lifestyle hinterherhechten und womöglich von den ersten Gehaltsschecks nicht einen Teil zurücklegen, um vielleicht mal anzufangen auf eine Eigentumswohnung zu sparen, sondern das Geld auf den Kopf hauen für eine sinnlose Handtasche, die nächste Saison schon wieder total langweilig und out ist, weil der Influencer mir ja schon wieder sagt, was als nächstes gekauft werden muss?

Und ja, diese vielen Dinge, die nicht hinterfragt sondern einfach nur gemacht werden – von den Influencern: Fittings vor Modeschauen, sich einkleiden lassen – von Kopf bis Fuß in der gleichen Marke – die ganze Bande (jüngst wieder mitbekommen bei Snapchat). Wo bitteschön bleibt die Individualität, die doch eigentlich immer allen Modeleuten so wichtig ist? Wo bleibt das Bodenständige? Und auch die Akteurinnen im SELFIE`S sehen doch am Ende des Tages eh alle vom Style her gleich aus. Wie viele haben diese Gucci-Puschen oder Chanel-Tanten-Pumps am Fuß, die Faye oder YSL-Tasche in der Armbeuge. Wie viele haben den gleichen Pulli von Edited zugeschickt bekommen und sahen mit ihrer Jeans, den besagten Gucci-Puschen und dem Starbucks-Becher am Ende alle alle alle gleich aus? Wie viele fotografieren sich morgens nach ihrer Yoga-Session oder Jogging-Runde (dokumentiert und für die Nachwelt auf Snapchat festgehalten) mit einer Chia-Bowl mit Goji-Beeren-Topping am Marmor-Esstisch so, dass man die Schmuckstüche, das Modemagazin und die Pfingstrosen gut sieht?

#breakfast like @ohhcouture. Yummy or YUMMY? #beyourself #beselfies #selfiesmagazine

Ein von Selfie’s (@be_selfies) gepostetes Foto am

Seelenlos!
Uns wird bei einem solchen Bild doch der Eindruck verkauft, dass der Influencer ein so gutes, wunderschönes und lockerleichtes Leben führt und weiß, wo der Hase langläuft und wie es funktioniert, das mit dem wunderhübschen Lifestyle – unterstützt von den ganzen (Luxus-) Produkten. Dabei finde ich es verlogen, denn diese Inszenierung des Bildes ist aufwendig und gewiss nicht lockerleicht und der hübsche Cappuccino dürfte längst kalt geworden sein, bevor das perfekte Bild im iPhone-Archiv abgespeichert wurde. Ich habe schon oft die Leute belustigt beobachtet, die ewig mit ihren Kameras perfekte Perspektiven gesucht haben, um einen gedeckten Tisch im Restaurant zu fotografieren oder sich auf einem Event perfekt in Szene zu setzten. Faszinierend finde ich auch, dass sich die Influencer augenscheinlich auch gegenseitig beinfluencen. Wie viele Mädels haben sich ja in weißen Hotellacken ablichten lassen? Und am Ende des Tages sehen die Feeds ohnehin alle gleich aus. Aber das ist ein anderes Thema.

Like or LOVE? #shoeinspo No. 1 @adashoffash #sotd

Ein von Selfie’s (@be_selfies) gepostetes Foto am

Wo soll das nur alles hinführen? Sind wir nur noch die unmündigen Melkkühe? Und leben wir eigentlich wieder wie zu Zeiten des Biedermeiers? Bloß nicht nachfragen? Bloß nicht hinterfragen, was da eigentlich genau mit uns gemacht wird? Mir wird das alles viel zu wenig kritisch diskutiert, außer vielleicht mal unter der Hand in privaten Gesprächen. Schade. Mal schauen, wo uns das noch hinführt. Ich jedenfalls für meinen Teil kann sagen, dass ich ein modeaffiner Mensch bin, aber keine Lust habe, mich manipulieren bzw. mir etwas einreden zu lassen. Dieses Magazin ist nun Anlass genug für mich, umso mehr daran zu arbeiten, mir treu zu bleiben und auf meine innere Stimme zu hören.

 

Comments (11)

  1. Manja says:

    Oh Danke für den Artikel. Schon das Wort Influencer regt mich maßlos auf. Denn wer will sich schon von seelenlosen Wesen, sie alle gleich aussehen, beeinflussen lassen. Aber offensichtlich gibt es da ja genug, die sich täglich die immer gleichen, überbelichteten Instagramaccounts anschauen und denen auch folgen …
    Ich habe das Magazin auch gesehen und mich gefragt: Warum? Warum ein solches Heft? Es bietet doch keinerlei Mehrwert.
    Da liebe ich es doch vielmehr auf wirklich spannenden Blog zu lesen … denn ein schöner Authentischer Artikel ist viel mehr wert, als eine Instagrampost, nur weil man dafür Geld bekommt und ja ach so hipp und toll ist.
    Liebe Grüße
    Manja

  2. Anna says:

    Liebe Manja, ich bin ja vor allem gespannt, wie lange es dieses Magazin geben wird ;-)

  3. Flora Fallue says:

    Hallo Anna, ich glaube, dass du da wirklich nicht die einige bist, die diese Veränderung (Von H&M und Secondhand Klamotten zu Luxusmarkenartikeln) mitbekommen hat. Mir ist bereits auf vielen Instagram Accounts, die das Magazin gepostet haben eine kleine Diskussion zu diesem Thema, wie du es auch in deinem Artikel angesprochen hast, aufgefallen.
    Auf der einen Seite verstehe ich deine Meinung und diese vertrete ich größtenteils auch. Allerdings verstehe ich auch die Blogger oder Influencer oder wie man sie auch alle nennen möchte, da sie mit den vielen Kooperationen ihr Geld verdienen.
    Letzten Endes liegt es an uns Lesern oder Followern zu entscheiden, ob wir uns davon beeinflussen lassen und alles Blind nachkaufen oder uns die Looks und Lifestyle Geschichten als Inspiration dienen und wir zum Schluss unser eigenes Ding daraus machen. Tun wir das nicht, dann sehen wir, wie du schon so schön sagst, alle alle gleich aus.

    Liebe Grüße,
    Janine
    http://www.florafallue.com

  4. Anna says:

    Oh liebe Janine, diese Diskussion muss ich mal recherchieren!!

  5. Jasmin says:

    Liebe Anna,
    ich finde es sehr gut, dass du hier deine ehrliche Meinung zu diesem Thema ganz direkt und unverblümt mitteilst. Wahrscheinlich denken viele so wie du, sie trauen sich aber nicht Stellung zu beziehen. Außerdem wollen viele einmal vom gleichen Kuchen profitieren wie die zurzeit bekannten Blogger und Influencer und deshalb wird schön geschleimt was das Zeug hält ;-) Man will es sich ja bloß mit niemandem verscherzen… dass man dadurch zu einem charakterlosen Püppchen wird, interessiert die wenigsten.
    Grundsätzlich denke ich wie folgt über das Thema:
    ich finde es gut, dass die Bloggerwelt in den letzten Jahren einen massiven Aufschwung erfahren hat und jetzt viele Dinge tun darf für die sie schon lange gekämpft hat. Daran ist nichts auszusetzen, schließlich ist der Beruf „Blogger“ ein Beruf wie jeder andere, man leistet Arbeit und wird dafür entlohnt. Was mir leider negativ aufgefallen ist, dass jetzt viele abheben, nach anderen mit den Füßen treten und anfangen raffgierig zu werden. Es ist ein richtiges Wettrennen geworden. Bekanntwerden um jeden Preis heißt das neueste Motto in dieser Bloggerwelt. Ich muss mich nur mal bei Instgram umschauen und dann sehe ich wie täglich zig neue Accounts aus dem Boden schießen, alle haben dabei das eine Ziel: so schnell wie möglich so viele Follower wie möglich damit dann das „große Geld“ vom Himmel rieselt. Ich muss ganz ehrlich sagen, wenn das so weiter geht, dann ist diese Bloggerwelt auf dem besten Wege, sich alles, was sie bisher erreicht hat, zu verderben. Ich habe mich inzwischen wie du von vielem distanziert. Ich brauche keine Luftmatratze, um im Pool eine gute Figur zu machen, weder ein Einhorn, noch einen Flamingo, noch eine Ananas. Und man mag es kaum glauben, auch wenn ich diese „Trends“ nicht mitmache, meine Fotos kommen trotzdem sehr gut an. Es geht also auch anders.
    Ich sende dir viele Grüße, liebe Anna :-*
    Jasmin

  6. Susi aka texterella says:

    Was für ein spannender Artikel, vielen Dank dafür! Ich kannte das Magazin bislang noch gar nicht, aber das hole ich nach, schon aus rein beruflichem Interesse.

    Ich denke ehrlich gesagt: Die Influencer-Blase wird bald platzen. Es sind doch jetzt schon so viele genervt von den ewig gleichen Gesichtern, den gleichen Blog-Layouts, den ewigen selben Reisen, den ewig selben Snapchat-Stories. Habe ich eine gesehen, habe ich alle gesehen.

    Ich finde es fad. Und viele andere mittlerweile auch.

    Liebe Grüße,

    Susi von http://www.texterella.de (Ich kann leider keine Website eingeben)

    PS: Darf ich noch eine Bemerkung machen? Kann es sein, dass deine Seite nicht responsive ist? Ich versuche diesen Artikel auf dem Handy zu lesen, das war schier unmöglich?

  7. Anna says:

    Liebe Susi, erst einmal „ja“, denn der Blog ist noch nicht umgestellt auf responsive. Aber ich werde das nun mal anleiern.

    Ich habe übrigens selbst an mir gemerkt, wie sehr mich die Snapchat-Kanäle von den Influencern nerven. Daher gucke ich sie mir auch schon gar nicht mehr an. Aber es scheint trotzdem so zu sein, dass die Influencer eine treue Gefolgschaft haben. Mal schauen, mal schauen.

  8. Ja, ich hatte auch schon über’s Mobile versucht, einen Kommentar abzugeben und es hat offensichtlich nicht geklappt (oder ist er noch in Moderation). Na, ich schreibe einfach noch einmal.

    Diese ganze Kooperations- und Influencer-Sache ist mir auch sowas von too much, deshalb habe ich mich da komplett rausgezogen. Aber – es scheint da immer noch ein großes Interesse zu bestehen, sonst würde es ja nicht so gut laufen und jetzt sogar eine Zeitschrift dazu geben. Auch auf den Blogger-Konferenzen ist immer die 2. Frage: Wie komme ich an Kooperationen und wie verdiene ich Geld. Das war nie mein Ansatz beim Bloggen und soll es auch nicht sein.
    Danke für deinen kritischen Beitrag und die Vorstellung der Zeitschrift (die ich mir nun sparen kann)

  9. Susi aka texterella says:

    @Anna: Ich fand „Influencer-Snapchat“ erst spannend. Ich saß da mit offenem Munde, wie diese Mädels durch die Gegend chauffiert und hoffiert werden. Das war mir vorher gar nicht so bewusst. Aber mittlerweile … es ist doch immer dasselbe!

    @Bärbel: Das ist genau der Punkt. Kooperationen dürfen nicht der Grund fürs Bloggen sein! Aber durchaus ein Nebeneffekt, finde ich zumindest.

  10. Dorina says:

    Ich bin gerade via Instagram auf deinen Beitrag gekommen und möchte gerne meinen Senf zur Diskussion dazu geben. Denn ich finde es auch wichtig, Dinge zu hinterfragen und zu überlegen wo das ganze „Blogger-Ding“ hinführt.
    Mir ist bezüglich der Zeitschrift drei Dinge aufgefallen (ich werde das ganze auch in meinem kommenden Beitrag aufgreifen, daher hier nur der wichtigste Punkt): Die Preise. Mal eine Designertasche oder mal ein Paar sündhafte teure Schuhe okay. Aber nicht ausschließlich. Ich bin nun mal Studentin und muss überlegen wofür ich mein Geld ausgebe. Ich habe mich schon seit ich Klein war immer gerne mit Mode und Beauty beschäftigt, musste aber immer schauen wie ich das meiste aus meinem Budget raushole. Was ich damals an Blogs toll fand, war eben, dass normale Klamotten und Marken getragen wurden, sodass man sich tatsächlich bei Bedarf etwas nachshoppen konnte. Es gibt sie auch noch en masse, diese Blogs. Aber die großen, die wirklich Einfluss haben, zeigen eben kaum ein Teil von H&M oder Zara oder oder oder. Es ist wirklich selten geworden. Das finde ich schade, denn einige haben damals so anfangen. Ich kann verstehen, dass der Traum eines Modemädchens in Erfüllung geht, wenn man mit großen Designern zusammenarbeiten kann. Ich würde mir das selbst nicht absprechen. Aber es wäre doch einfach schön, wenn man günstige Alternativen verlinken würde. Beispiel: Die Chloé Susanna Boots. Wunderschön, hätte ich gerne, aber leider nicht das passende Kleingeld (ca. 800 Euro). Also gehe ich zu Deichmann und kaufe Ähnliche für 40 Euro.
    Und dass alles nur noch gleich ist: Da müssen sich die Follower mal selbst an den Kopf fassen. Warum kommen denn Designer und gewisse Marken (wie zb Zara) so gut an? Es liegt ja an uns. Wir suchen die entsprechenden #. Ich habe aus Jux mal ein Bild von Zara-Kartons (ohne Inhalt) auf IG hochladen und es war damals eines der meistgelikten Bilder. Sagt doch alles aus oder?
    Die aktuelle Entwicklung ist nicht mehr meins, daher habe ich für mich beschlossen, mich aus der Szene ein bisschen zurückzuziehen. Ich bin gespannt wie es weitergeht. ;)

    Liebste Grüße
    Dorina von Adeline & Gustav

  11. Anna says:

    Liebe Dorina,

    Wasser auf meinen Mühlen!! Danke für Deinen Kommentar.

    Wie Du es schreibst: Ich kaufe auch „mal“ ein hochpreisige Schuhe oder spare auf ar***teure Handtasche, aber ich bin keine Multimillionärin – so wie die allermeisten Menschen – und kann mir einen dekadenten Lifestyle wie ihn die Influencer dank des Pämperns der großen Labels ja momentan auf Snapchat zelebrieren auch im Leben nicht leisten. Da sind Werte im Spiel, die in die zehn-/hundertausende Euros gehen. Angefangen von den Hotels, den Erste-Klasse-Flügen, den Designer-Roben und -Handtaschen bis hin zu fast schon an Obszönität grenzende „Events“.

    Ich sehne mich auch manchmal nach ganz „normalen“ Modeblogs, die für mich auf Augenhöhe agieren und etwas Bodenständiges und auch Kreatives ausstrahlen. Es gibt so ein paar tolle und auch professionell aufgebaute Blogs (zum Beispiel thelifbissue, den ich ganz toll finde).

    Wie Du es schreibst: Ich bin auch gespannt, wo das endet und ob es die Melkkühe irgendwann leid sind.

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