Über`s Aufräumen und Umdenken

7. Februar 2018 / 12:04
by Anna

Category: Zeitgeist

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Für viele ist der Jahreswechsel ein guter Anlass, um Neues zu wagen und Vorsätze umzusetzen, wie etwa mehr Sport zu machen, Lastern abzuschwören oder gesünder zu essen. Vorhin habe ich mir meinen Jahreausblick vom letzten Jahr angeschaut und festgestellt, dass ich vieles in meinen Alltag integriert habe, was mich schon ein bisschen stolz macht.

Sport macht manchmal doch Spaß
Zwar habe ich nicht mit Zumba angefangen, dafür aber mit Tennis, was mir sehr großen Spaß macht, auch wenn mein Talent nicht für mehr reicht als kleine Matches ohne Anspüche, ganz nach dem Motto: Hauptsache der Ball wird getroffen und schafft es über das Netz, gelle. Außerdem habe ich letztes Frühjahr – beinahe schon exzessiv – mit dem Joggen angefangen. In den Sommermonaten bin ich dann bestimmt vier- bis fünfmal abends im Wald laufen gewesen und habe nebenbei meine Lieblings-Podcats gehört (zum Beispiel Fest & Flauschig, Twenty Something, Jane knows Wayne). Sobald es aber richtig kalt wurde, habe ich ausgesetzt. Daher kann ich den Frühling kaum abwarten, denn Fitnessstudios sind so gar nichts für mich.

Auch meine Ernährung habe ich überdacht und ganz viel frisch und gesund gekocht, dazu weniger Zucker gegessen. Interessanterweise hat sich das auf der Waage so gar nicht bemerkbar gemacht – verstehe ich auch nicht. Na ja, jedenfalls hat`s um den Bauch herum nicht mehr so geschwabbelt wie sonst, immerhin.

Und auch das Malen macht wieder Spaß,
allerdings mehr in den kälteren Monaten als im Hochsommer. Aber ich illustriere seit dem Jahreswechsel wieder und auch das Malen mit Aquarellfarben und Kohlestiften habe ich für mich (wieder)entdeckt. Aktuell habe ich mich auf das Illustrieren von den Kräutern und Gemüsesorten fokussiert, die ich diese Jahr auch anbauen möchte.


Skribbles


Mit Aquarellfarbe gemalt

Womit wir zu meinem großen Projekt für 2018 ankommen: dem Gärtnern
Der Garten und seine Gestaltung lag bei uns bisher hauptsächlich in Männerhand, wobei ich aber immer gerne das Unkraut gezogen (so meditativ) und die Blumen, Kräuter und das Gemüse gepflegt habe. Dieses Jahr möchte ich aber unbedingt versuchen verschiedene Gemüsesorten bereits jetzt, im Februar, im Mini-Gewächshaus zu ziehen. Dafür habe ich mir haufenweise Bücher aus unserer gut sortieren Stadtbücherei ausgeliehen (ich bin auch seit längerer Zeit der Meinung – auch wenn es immer wieder verlockt – dass ich nicht jedes Buch dieser Erde auch selbst besitzten muss, denn so viel Platz haben wir dann auch nicht, aber dazu weiter unten mehr) und mir Tipps von einer Freundin geholt, die schon Erfolge gefeiert hat. Ich bin sehr gespannt, ob es gelingt. In den vergangenen Jahren haben wir uns auf Salate, Erdbeeren, Radieschen und Karrotten beschränkt, nun möchte ich das Projekt ausbauen.


Eines meiner Mini-Gewächshäuser

Daher habe ich aktuell in meinen Kästen Chili, Paprika, Auberginen, Schlangengurken, frühen Salat und Kürbis gesetzt. Schon nach wenigen Tagen sind die Gurken gekeimt, ich so aufgeregt.

Außer den Gurken möchte ich den Rest gerne im Sommer in großen Pötten wachsen lassen. In einigen Wochen versuche ich mich dann im Ziehen von Tomaten. Ins Freiland, auf unser Hochbeet, kommt Spinat und (wieder) Karrotten. Später plane ich dann Rote Bete zu ziehen. Mal schauen, was mir noch so in den Sinn kommt.

Seit längerer Zeit überlege ich auch schon, ob ich mich zur Hobbyimkerin*** ausbilden lassen soll. Bienen sind stark bedroht und dennoch so wichtig für unser Ölosystem. Ich bin noch nicht sicher, aber jetzt im Februar ist ein Infoabend. Vielleicht wage ich es. Ein Insektenhotel haben wir seit letzten Sommer bei uns im Garten. Immerhin ein Anfang.


Das Kräutergärtchen


Unser Hundchen


Die Rosen sind unser ganzer Stolz.


Letzten Sommer sind die Pflanzen bei uns buchstäblich durch die Decke gegangen.

Über Nachhaltigkeit
Je älter ich werde, und vielleicht mag es daran liegen, dass ich meinen Kindern ein gutes Vorbild sein will, desto wichtiger wird es mir, mein Leben so gut es geht und mir möglich nachhaltig zu leben. Die Welt entwickelt sich in eine Richtung, die mir nicht gefällt und die mich von Jahr zu Jahr mehr beunruhigt. Ich bin niemand, der utopisch denkt und mir ist klar, dass wenn ich von der Welt abtrete, ich sehr wahrscheinlich eine schlechtere verlasse als ich vorgefunden habe. Ich allein kann es nicht ändern, aber ich möchte meine kleine Welt zu einer besseren Welt machen. Und obwohl ich in der Stadt lebe, wenn auch am Stadtrand und in Waldnähe, möchte ich etwas tun für diese Nachhaltigkeit. Eigenes Gemüse und Obst zu ernten war in den letzten Jahren einfach toll. In den – wenn auch kleinen – Garten zu gehen (und früher auf dem Balkon) und eigene Tomaten zu ernten ist einfach was ganz anderes. Ich wusste die Lebensmittel auf einmal viel mehr zu schätzen. Und es war so ein tolles Gefühl, selbst produzierte (Bio-)Lebensmittel ohne Transportwege und Verpackungen auf dem Tisch zu haben, die auch noch besser geschmeckt haben.

Seit langer Zeit frage ich mich auch, wie ich Verpackungsmüll vermeiden kann. Ich bin immer wieder geschockt, wie viel Müll unser Haushalt, trotz allen Bewusstseins, produziert. Und auch, wie oft wir doch Auto fahren müssen, weil wir es anders nicht organisiert bekommen. Und die Kurztripps nach London? Ich war egoisitisch, daher werde ich das nicht wieder in der Form machen. Das Reisen wird insbesondere 2018 bei uns noch besser geplant.

Online- oder Offline-Shoppen? Am Besten so wenig wie möglich von beiden
Insbesondere zum Ende des letzten Jahres ist mir das alles über den Kopf gewachsen. Ich hatte sehr wenig Zeit und Kapazität, den täglichen Bedarf oder Kinderklamotten, Weihnachtsgeschenke et cetera zu besorgen. Online bestellen ist so einfach, aber auf der anderen Seite sind die Ausmaße, die diese Art des Einkaufens angenommen haben, doch auch nicht gesund. Die Paketboten werden ausgebeutet, die Straßen sind verstopft, der ganze Müll der entsteht… Ich weiß mir da aktuell auch keinen Rat. Ich werde trotzdem in Zukunft Dinge einkaufen müssen (wenn ich überlege, wie schnell Kinder aus den Klamotten rauswachsen), aber ich werde meine Order und Einkaufstouren schlauer planen und deutlich komprimieren. Und sobald es wärmer wird mit der Familie auf dem Rad in die Stadt fahren.

Aber zurück zum Wesentlichen, weg vom Total-Konsum und der Dauerbeschallung
Schon seit längerer Zeit merke ich, dass mir das hektische Leben da draußen und der Medienkonsum nicht gut tun. Ich habe in den letzten Jahren täglich Instagram konsumiert und Blogs und Feeds wie natürlich von Journelles, Love Daily Dose, Caro Daur, Blogger Bazaar etc. gelesen. Seit Monaten bin ich aber so übersättigt davon und habe den Eindruck, schlicht und einfach plemplem im Kopf zu werden von den ganzen Eindrücken und dem Content (das Wort lieben die Influencer ja). Es geht bei fast allen Blogs zu fast allen Themen im Endeffekt dann doch nur ums Konsumieren, Besitzen, Kaufen und wer die ausgefallensten Reisen macht. Mir fehlt das Andersdenken und ein gewisser Mehrwert.

Und die Influencer auf Instagram, auch diejenigen in meinem Alter und teils mit Kind, haben mich nicht mehr abgeholt mit ihren Inhalten. Ich brauche nicht ständig neue Cremes, Lippenstifte, Schuhe, Taschen, Schmuck und das Gefühl, dass ich das alles haben muss („Must-Have“) und ein langweiliges Leben führe, weil ich mit meinen Kindern nicht auf die Malediven ins Zehntausend-Euro-Hotel fliege oder dies oder das mache. Die neuen Vorbilder haben einen Lifestyle, mit dem ich mich nicht (mehr) indentifizieren kann und möchte.

Daher bin ich bereits vor längerer Zeit allen entfolgt, wie man so schön sagt. Und auch die seltenen Ausflüge auf den ein oder anderen Blog waren von sehr kurzer Dauer. Instagram nutze ich nun viel seltener und schaue mir vorrangig interessante Profile an, die u.a. im UK beheimatet sind und natürlich die von Freunden.

Außerdem habe ich angefangen unseren Keller auszusortieren, das Büro aufzuräumen und Sachen aufzubrauchen und zu verschenken. Man, das tut so gut!

Handy aus
Letztes Wochenende habe ich dann mal einen Versuch gewagt: Freitagnachmittag wurde das Smartphone abgeschaltet und erst am nächsten Abend wieder angemacht und das auch nur, weil ich Essen gegangen bin und immer erreichbar sein wollte. Als dann innerhalb von zwei Minuten alle E-Mails und Nachrichten geladen waren, hat mich fast der Schlag getroffen. Aber das wird nun fortgeführt. Nachmittags oder abends wird das Ding ausgemacht. Fühlt sich schon a bissi befreiend an.

Fortsetzung folgt.

*** Anmerkung vom 21. Februar: Leider habe ich keinen Ausbildungsplatz bei den Imkern erwischt. Der Anfrang ist dieses Jahr erstaunlich hoch. Ich versuche es nächstes Jahr wieder.

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